Kaschmir

Tip für alle Männer, die es sind oder die es gerne sein möchten: schenken Sie Ihrer Frau oder Freundin eine Ritter Kaschmirdecke, sie wird es Ihnen danken und begeistert sein. Als echtem Outdoor-Abenteurer reicht Ihnen eine grobe Schurwoll- oder eine Yakdecke, die puristisch umkettelt ist. Und falls Sie sich persönlich doch für eine Kaschmirdecke entscheiden, sagen sie es einfach nicht weiter.

Als Kaschmir bezeichnet man das feine Unterhaar der Ziege. Die Kaschmirziege hat sich den extremen klimatischen Bedingungen in China, der Mongolei, dem Iran und Afghanistan angepasst.

Die Ziegen entwickeln nur das feine Unterhaar, wenn Sie den extremen klimatischen Bedingungen ausgesetzt sind, die dort herschen. Also eisigen Temparaturen in der Nacht und zum Teil heissen Tagen.

Artikel aus Kaschmir sind Luxusartikel, die für ihre Weichheit, Feinheit und Geschmeidigkeit bekannt sind.

Diese qualitativne Beurteilungen lassen sich ganz gut mit der Hand und mit dem Auge vor der Weiterverarbeitung testen, erfordern aber ausreichende Erfahrung. Mit der Zeit (ähnlich wie beim Tischtennis spielen) wird man darin durch Übung und doing immer besser.

Geschätzte 40-50 % der Kaschmirs werden in China zu Fertigprodukten verarbeitet. Der eigene Bedarf an Luxusgütern wächst.
Ein Hauptartikel, der von China hauptsächlich nach Amerika exportiert wird, ist der Kaschmirpullover, der jedes Jahr vor Weihnachten bei Kaufhausketten auf dem Warentisch zur Verfügung steht. Preislich ist dagegen nichts einzuwenden. Persönlich habe ich mir aber einen teureren leichten Wollpullover einer bekannten Marke gekauft. Mit der Zielsetzung, dass er länger als eine Saison im Gebrauch sein soll.

Beste und längste Qualitäten gehen in Strickgarnprodukte. In Italien um Biela (bekannt für hochfeine Kaschmirprodukte) werden bis zu 20 -25 % der Weltproduktion verarbeitet. Firmen wie Loropiana wurden von der Edelmarke LVMH für 2 Mrd. Euro gekauft, um zu gewährleisten, dass dieses know how weiterhin in Italien für Mode und Luxusartikel zur Verfügung steht und gewinnbringend vermarktet wird.

Für Decken sind die Anforderungen an Kaschmir genauso hoch, da eine gute Länge benötigt wird. Es soll ja ein Flor erzeugt werden und es muss noch eine ausreichende Verankerung im Grund gegeben sein.
Kurzes Kaschmir von z.B. 22 mm würde zum Teil in der Fertigung unter den Maschinen ausfallen, es würde nur eine geringe Festigkeit erzielt und es würde aufgrund der unzureichenden Länge schlecht im Grundgewebe verankert sein. Im Fachjargon heisst so etwas Schnupftabak... Zudem müsste man mit hohen Drehungsbeiwerten arbeiten, um eine ausreichende Festigkeit zu erhalten. Stark gedrehte Garne lassen sich schwieriger rauen und werden dann auch stärker beschädigt. Insofern ist Qualität bei der Auswahl von Kaschmir angesagt, vorausgesezt man will die Preis und Qualitätsspirale nicht nach unten drehen.

Gute Produkte aus Kaschmir können nicht billig sein, weil bereits der qualitativ hochwertige Rohstoff entsprechend teuer ist. Vergegenwärtigt man sich, dass für eine eine schöne Kaschmirdecke wie unser Artikel Kirman Schah, für die ca. 1,4 kg Kaschmir benötigt wird (also die rund 7-fache Menge wie für einen leichten Pullover aus Kaschmir), wird das schnell klar.

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Nach der amerikanischen Definition muss Kaschmir feiner als 18,5 Mikron sein. Dies gewährleistet eine Abgrenzung zu den gröberen Kaschmirsorten und geht vom Ansatz her in Ordnung.

Das Wollforschungsinstitut in Aachen (unter der ehemaligen Leitung von Dr. Phan) hat mit Hilfe der DNA-Analyse und mit Hilfe des Rasterelektronenmikroskops die strengsten Massstäbe angelegt und maßgebliche Entwicklungsarbeit für Beurteilung und Testmethoden geleistet. Auch wurden Oberflächenbeschaffenheit, Schuppenfrequenz und die Schuppenkantenhöhe sowie das Bild der Schuppenstruktur genau untersucht und den unterschiedlichen Feintierarten eindeutige Merkmale zugeordnet.

In Fachkreisen kursiert der Spruch: „alles was in Aachen als Kaschmir getestet wurde ist zweifelsfrei Kaschmir.“

Doch nicht alles was in Aachen als „nicht Kaschmir“ getestet wurde, ist zweifelsfrei „nicht Kaschmir“. Bis dato wurde das Kaschmir lediglich mit Hilfe der Feinheit und des mikroskopischen Bildes untersucht, was eine entsprechende Erfahrung des Prüfers vorausgesetzt hat. Insofern waren unterschiedliche Testergebnisse ein und desselben Prüfmusters nichts Ungewöhnliches.

Gute Rohstoff-Kaschmirhändler in Europa wissen durch Tests, durch Kontaktpersonen in China und aufgrund der jahrelangen Zusammenarbeit mit einzelnen Prüflaboren wie hoch die Verunreinigungen sind.

Erfahrungsgemäß werden zu kurzem weissen Kaschmir in z.B. 22 mm, das oft bei Stoffen in der Beimischung verwendet wird, aus China oft Wollanteile mit unterschiedlichen Prozentsätzen an gebleichte feinen Wollen, die noch gestreckt werden, beigemischt. Durch das Strecken und Bleichen der Wolle soll das Bild des Kaschmirs unter dem Mikroskop imitiert werden.
Ganz schön clever die Chinesen. Geht aber nur bei Laien durch.

Deshalb wird heute auch gleich „Kaschwool“ in 100 % ehrlich angeboten, was nichts anderes ist als eine feine gebleichte Wolle, die noch zusätzlich gestreckt wird. Es soll Kaschmir imitieren.
Wem es gefällt, bitte, ich halte von modifizierten Wollen nicht viel, weil sie allein durch die Modifikation von den Eigenschaften nicht mehr überzeugen und letztendlich immer noch weit vom Original entfernt sind.

Hochwertige langstapelige Kaschmirsorten sind dagegen von Manipulationen kaum betroffen.

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